SICHUAN - juhey
So, nachdem Susu straeflicher Weise Ihr Weblog vollkommen vernachlaessigt hat, versucht sie nun die letzten 5 Wochen nachzuholen........
Nach einem kurzen Intermezzo in Hong Kong (14.7. bis 18.7.) sind Susu & Alex (komplett uebernachtig und restbetrunken von Hong Kong's Nightlife) in die Provinz Sichuan geflogen, und zwar zunaechst nach Chengdu. Das war absolut notwendig, nachdem eine weitere Woche in Hong Kong sich aeusserst negativ auf mein Bankkonto ausgewirkt haette und mir vermutlich innerhalb kuerzester Zeit alle Kreditkarten gesperrt worden waeren. Echtes Shopping-Paradies... Wie ich das Semester dort heil ueberstehen soll, ist mir echt ein Raetsel.
Chengdu hat mich zunaechst mal schockiert. Ich bin zwar kein Kind der Berge aber trotzdem seh ich ganz gern den Himmel ueber mir. Und wenn der durch eine dicke Schicht von Nebel, Luftverschmutzung, und sonstigem verdeckt ist, dann macht mich das leicht depressiv und ich habe das Gefuehl nicht atmen zu koennen. Hat also ein bisserl gebraucht, bis ich ueber dieses Manko hinwegsehen konnte und mich auf die Stadt eingelassen hab.
Und tatsaechlich, Chengdu hat schon auch Charme. Vor allem die Parks - da sieht man alte Menschen tanzen und (Karaoke) singen und zwar echt in Massen. Lustiger Anblick. Abgesehen davon gibt es ein paar huebsche Tempel und vor allem die Teahouses, die sind super entspannt. Da kauft man sich eine Tasse mit Teepulver drinnen und dann kann man sich stundenlang in ein schattiges Platzerl verziehen und zusehen wie die Stunden vergehen. Und alle 5 Minuten wird die Tasse wieder mit Wasser vollgefuellt.
Und all diese schicken, schlanken Chinesinnen.... So viele Roecke und Kleider und knackige kurze Hosen hab ich selten gesehen. Das find ich ja prinzipiell echt angenehm, dass man hier als Frau aermellos oder im kurzen Rock durch die Strassen spazieren kann, ohne dass man gleich angestarrt wird. In Indien probiert man sowas besser nicht aus...
Hatten also 2 feine Tage in Chengdu und dann ging es weiter nach Kangding . What a place. Gerammelt voll mit reichen, chinesischen Touristen... Und von Tibet spuert man hier genau NIX. NIX so wie GAR NIX. In den letzten Jahren wurde hier so viel gebaut und renoviert und veraendert, dass der Ort wohl jeglichen Charme, den er vielleicht mal hatte, verloren hat.
Wir haben unsere Zeit damit verbracht nach einem Quartier zu suchen, dass einerseits nicht komplett grausig ist und andererseits keine 50 Euro kostet...... Und es war nicht leicht. Am Ende sind wir in einer absolut grausigen Absteige gelandet. Und unsere Versuche Essen zu bestellen sind gnadenlos gescheitert, weil keiner Englisch verstanden hat, und wir das Ordern auf Chinesisch noch nicht so flockig drauf hatten. Also alles ein bisserl anstrengend und muehsam und Alex hat sich nach Kroatien gesehent.
Wen wundert es also, dass wir nach einem Tag im herrlichen Kangding abgereist sind........ Wobei, wir sind mit diesem Cablecar hier einen Berg hochgefahren, und das war durchaus Adrenalin-foerdernd.
Und am Abend haben wir einen Gig miterlebt in DER Kneipe von Kangding. Mit allen officials und Head of towns die man sich nur vorstellen kann. Es lebe das buerokratische China. Pfui. Der Gig war recht amuesant. Lily hat 2 Nummern vorgetragen und wir haben sie fleissig angefeuert. Sie hat uns zu diesem Event eingeladen, nachdem wir sie am gleichen Tag Kangding kennengelernt haben.
Und diese grausigen Officials, die haben doch tatsaechlich auf der Buehne mit ihren Frauen getanzt und die Performance staendig unterbrochen, indem sie den Kuenstlern weisse Tuecher um den Hals gehaengt haben. Das ist zwar an und fuer sich ein tibetisches Ritual um seinen Respekt zu zeigen, aber inmitten einer Show ist es einfach ziemlich deplatziert. Und man stelle sich eine Rockband vor und zwischen dem Gitarristen und dem Saenger schwingt ein 50jaehriges Paar klassisch die Hueften. Hm.
Der naechste Stop war Tagong . Und hey, da hat es endlich begonnen richtig Spass zu machen. Fast eine Woche sind wir geblieben - von 23.7. bis 28.7.. Fuer uns war das erstmals ein bisserl Tibet schnuppern. Der Ort war sehr relaxt und verschlafen. Unter Tags sind immer wieder chinesische Tourgruppen reingeschneit und haben alles ein bisserl aufgewirbelt, aber am spaeten Nachmittag sind alle wieder verschwunden und der Ort war unser.
Die Grasslands von Tagong sind landschaftlich ein ziemliches Highlight. Diese sanften Huegel- und Bergketten die sich ueber den HOrizont erstrecken, und dahinter schneebedeckte Gipfel. Wow... Hier sind wir endlich zur Ruhe gekommen und jegliche Gedanken an Kroatien waren ausgeloescht. Die Woche ist schnell vergangen - mit Wanderungen, netten Abenden mit anderen Reisenden, einem Horse Trek, dem Besuch von monasteries und ein paar Spaziergaengen mit einem Moench, den wir kennengelernt haben.
Der HOrse TRek war ja so eine Sache..... Mein Hinterteil hat nicht einmal nach den aergsten Mountainbike-Touren in Oesterreich so geschmerzt... However... Die Tibeter sind ein freundliches Voelkchen und ihr ruhiges Wesen ist sehr einnehmend. Nur leider sprechen die nicht einmal chinesisch (von wegen englisch...) und somit kann man dann gar nicht mehr kommunizieren. Schade.
Nach unserer Relax-Woche in Tagong ging es weiter nach Ganxi . Und hey, das war die beste Entscheidung ueberhaupt. Was fuer ein super Staedtchen.
Tibeter wohin das Auge blickt. Richtig hohe Berge rundherum. Wunderschoenes Panorama. Keine chinesischen Touristen mehr (womit der Laerm ploetzlich um ein Vielfaches reduziert wird...). Ueberhaupt fast keine Touristen. Lauter kleine Shops in denen die Moenche und Nonnen staendig einkaufen. Und rundherum zig Kloester - eines schoener als das andere. Mit freundlichen Moenchen die einem alles zeigen, sogar die secret chambers aufschliessen, wo dem Dalai Lhama gehuldigt wird.
Natuerlich mussten wir hier viel, viel Zeit verbringen, naemlich so ganze 8 Tage, um alles in uns aufzusaugen. Haben sogar ein Horse Festival miterlebt - und zwar an meinem Geburtstag. Feine Sache! Da reiten die Tibeter, teils auf wilden Pferden und auch ohne Sattel, und fuehren Stunts vor. Mit einem Rennen hat das ganze nichts zu tun. Und wie sie strahlen, wenn sie auf ihren Pferden sitzen und durchs Publikum fetzen. Schoen war das.
Ein kurzer Abstecher hat uns am 6.8. nach Dege gefuehrt und am 7.8. gleich wieder zurueck - weil ganz der Hit war es dort nicht. In dem Quartier dort kann man sich bestimmt die aergsten Krankheiten holen. Aber abgesehen davon wars schon ok - haben ein interessantes Kloster gesehen und vor allem hat uns der Weg ueber einen 5000m hohen Pass gefuehrt. Durchaus beeindruckend.
Der naechste Stopp, Litang , war weniger spektakulaer. Ein netter, verschlafener Ort in dem 1xjaehrlich ein riesiges Pferdefestival stattfindet. Aber mit Ganxi kann es Litang einfach nicht aufnehmen... Schon gar nicht landschaftlich. Wobei ja manchmal der Weg das Ziel ist, hab ich mal gehoert. Und in dem Fall traf das schon zu. Die Strecke war wirklich schoen und hat sich landschaftlich mindestens 3x so richtig geaendert. Die Strasse war mehr ein Feldweg und wir haben kleine Fluesse mit unserem Minibus ueberquert. Unser Fahrer, der vielleicht grade mal 18Jahre alt war, hat die Fahrt mindestens genauso spannend gefunden wie wir.
Tja, und nach Litang ging es am 11.8. weiter in eine andere Provinz, naemlich Yunnan. Mehr dazu im entsprechendem Beitrag...
Jedenfalls ist Sichuan sehr speziell, wohl tibetischer als Tibet selbt (weil nicht so streng kontrolliert und reglementiert) und wunderschoen. Kann nur jedem waermstens empfehlen sich das selbst anzuschauen. Und zwar solange die Strassen noch so schlecht sind wie jetzt, und es nicht ueberall Flughaefen gibt, denn sobald es convenient wird, muss man es mit sehr, sehr vielen Chinesen teilen und alles wird dann sehr touristisch und verliert schnell an Charme (siehe Kangding).
Nach einem kurzen Intermezzo in Hong Kong (14.7. bis 18.7.) sind Susu & Alex (komplett uebernachtig und restbetrunken von Hong Kong's Nightlife) in die Provinz Sichuan geflogen, und zwar zunaechst nach Chengdu. Das war absolut notwendig, nachdem eine weitere Woche in Hong Kong sich aeusserst negativ auf mein Bankkonto ausgewirkt haette und mir vermutlich innerhalb kuerzester Zeit alle Kreditkarten gesperrt worden waeren. Echtes Shopping-Paradies... Wie ich das Semester dort heil ueberstehen soll, ist mir echt ein Raetsel.
Chengdu hat mich zunaechst mal schockiert. Ich bin zwar kein Kind der Berge aber trotzdem seh ich ganz gern den Himmel ueber mir. Und wenn der durch eine dicke Schicht von Nebel, Luftverschmutzung, und sonstigem verdeckt ist, dann macht mich das leicht depressiv und ich habe das Gefuehl nicht atmen zu koennen. Hat also ein bisserl gebraucht, bis ich ueber dieses Manko hinwegsehen konnte und mich auf die Stadt eingelassen hab.
Und tatsaechlich, Chengdu hat schon auch Charme. Vor allem die Parks - da sieht man alte Menschen tanzen und (Karaoke) singen und zwar echt in Massen. Lustiger Anblick. Abgesehen davon gibt es ein paar huebsche Tempel und vor allem die Teahouses, die sind super entspannt. Da kauft man sich eine Tasse mit Teepulver drinnen und dann kann man sich stundenlang in ein schattiges Platzerl verziehen und zusehen wie die Stunden vergehen. Und alle 5 Minuten wird die Tasse wieder mit Wasser vollgefuellt.
Und all diese schicken, schlanken Chinesinnen.... So viele Roecke und Kleider und knackige kurze Hosen hab ich selten gesehen. Das find ich ja prinzipiell echt angenehm, dass man hier als Frau aermellos oder im kurzen Rock durch die Strassen spazieren kann, ohne dass man gleich angestarrt wird. In Indien probiert man sowas besser nicht aus...
Hatten also 2 feine Tage in Chengdu und dann ging es weiter nach Kangding . What a place. Gerammelt voll mit reichen, chinesischen Touristen... Und von Tibet spuert man hier genau NIX. NIX so wie GAR NIX. In den letzten Jahren wurde hier so viel gebaut und renoviert und veraendert, dass der Ort wohl jeglichen Charme, den er vielleicht mal hatte, verloren hat.
Wir haben unsere Zeit damit verbracht nach einem Quartier zu suchen, dass einerseits nicht komplett grausig ist und andererseits keine 50 Euro kostet...... Und es war nicht leicht. Am Ende sind wir in einer absolut grausigen Absteige gelandet. Und unsere Versuche Essen zu bestellen sind gnadenlos gescheitert, weil keiner Englisch verstanden hat, und wir das Ordern auf Chinesisch noch nicht so flockig drauf hatten. Also alles ein bisserl anstrengend und muehsam und Alex hat sich nach Kroatien gesehent.
Wen wundert es also, dass wir nach einem Tag im herrlichen Kangding abgereist sind........ Wobei, wir sind mit diesem Cablecar hier einen Berg hochgefahren, und das war durchaus Adrenalin-foerdernd.
Und am Abend haben wir einen Gig miterlebt in DER Kneipe von Kangding. Mit allen officials und Head of towns die man sich nur vorstellen kann. Es lebe das buerokratische China. Pfui. Der Gig war recht amuesant. Lily hat 2 Nummern vorgetragen und wir haben sie fleissig angefeuert. Sie hat uns zu diesem Event eingeladen, nachdem wir sie am gleichen Tag Kangding kennengelernt haben.
Und diese grausigen Officials, die haben doch tatsaechlich auf der Buehne mit ihren Frauen getanzt und die Performance staendig unterbrochen, indem sie den Kuenstlern weisse Tuecher um den Hals gehaengt haben. Das ist zwar an und fuer sich ein tibetisches Ritual um seinen Respekt zu zeigen, aber inmitten einer Show ist es einfach ziemlich deplatziert. Und man stelle sich eine Rockband vor und zwischen dem Gitarristen und dem Saenger schwingt ein 50jaehriges Paar klassisch die Hueften. Hm.
Der naechste Stop war Tagong . Und hey, da hat es endlich begonnen richtig Spass zu machen. Fast eine Woche sind wir geblieben - von 23.7. bis 28.7.. Fuer uns war das erstmals ein bisserl Tibet schnuppern. Der Ort war sehr relaxt und verschlafen. Unter Tags sind immer wieder chinesische Tourgruppen reingeschneit und haben alles ein bisserl aufgewirbelt, aber am spaeten Nachmittag sind alle wieder verschwunden und der Ort war unser.
Die Grasslands von Tagong sind landschaftlich ein ziemliches Highlight. Diese sanften Huegel- und Bergketten die sich ueber den HOrizont erstrecken, und dahinter schneebedeckte Gipfel. Wow... Hier sind wir endlich zur Ruhe gekommen und jegliche Gedanken an Kroatien waren ausgeloescht. Die Woche ist schnell vergangen - mit Wanderungen, netten Abenden mit anderen Reisenden, einem Horse Trek, dem Besuch von monasteries und ein paar Spaziergaengen mit einem Moench, den wir kennengelernt haben.
Der HOrse TRek war ja so eine Sache..... Mein Hinterteil hat nicht einmal nach den aergsten Mountainbike-Touren in Oesterreich so geschmerzt... However... Die Tibeter sind ein freundliches Voelkchen und ihr ruhiges Wesen ist sehr einnehmend. Nur leider sprechen die nicht einmal chinesisch (von wegen englisch...) und somit kann man dann gar nicht mehr kommunizieren. Schade.
Nach unserer Relax-Woche in Tagong ging es weiter nach Ganxi . Und hey, das war die beste Entscheidung ueberhaupt. Was fuer ein super Staedtchen.
Tibeter wohin das Auge blickt. Richtig hohe Berge rundherum. Wunderschoenes Panorama. Keine chinesischen Touristen mehr (womit der Laerm ploetzlich um ein Vielfaches reduziert wird...). Ueberhaupt fast keine Touristen. Lauter kleine Shops in denen die Moenche und Nonnen staendig einkaufen. Und rundherum zig Kloester - eines schoener als das andere. Mit freundlichen Moenchen die einem alles zeigen, sogar die secret chambers aufschliessen, wo dem Dalai Lhama gehuldigt wird.
Natuerlich mussten wir hier viel, viel Zeit verbringen, naemlich so ganze 8 Tage, um alles in uns aufzusaugen. Haben sogar ein Horse Festival miterlebt - und zwar an meinem Geburtstag. Feine Sache! Da reiten die Tibeter, teils auf wilden Pferden und auch ohne Sattel, und fuehren Stunts vor. Mit einem Rennen hat das ganze nichts zu tun. Und wie sie strahlen, wenn sie auf ihren Pferden sitzen und durchs Publikum fetzen. Schoen war das.
Ein kurzer Abstecher hat uns am 6.8. nach Dege gefuehrt und am 7.8. gleich wieder zurueck - weil ganz der Hit war es dort nicht. In dem Quartier dort kann man sich bestimmt die aergsten Krankheiten holen. Aber abgesehen davon wars schon ok - haben ein interessantes Kloster gesehen und vor allem hat uns der Weg ueber einen 5000m hohen Pass gefuehrt. Durchaus beeindruckend.
Der naechste Stopp, Litang , war weniger spektakulaer. Ein netter, verschlafener Ort in dem 1xjaehrlich ein riesiges Pferdefestival stattfindet. Aber mit Ganxi kann es Litang einfach nicht aufnehmen... Schon gar nicht landschaftlich. Wobei ja manchmal der Weg das Ziel ist, hab ich mal gehoert. Und in dem Fall traf das schon zu. Die Strecke war wirklich schoen und hat sich landschaftlich mindestens 3x so richtig geaendert. Die Strasse war mehr ein Feldweg und wir haben kleine Fluesse mit unserem Minibus ueberquert. Unser Fahrer, der vielleicht grade mal 18Jahre alt war, hat die Fahrt mindestens genauso spannend gefunden wie wir.
Tja, und nach Litang ging es am 11.8. weiter in eine andere Provinz, naemlich Yunnan. Mehr dazu im entsprechendem Beitrag...
Jedenfalls ist Sichuan sehr speziell, wohl tibetischer als Tibet selbt (weil nicht so streng kontrolliert und reglementiert) und wunderschoen. Kann nur jedem waermstens empfehlen sich das selbst anzuschauen. Und zwar solange die Strassen noch so schlecht sind wie jetzt, und es nicht ueberall Flughaefen gibt, denn sobald es convenient wird, muss man es mit sehr, sehr vielen Chinesen teilen und alles wird dann sehr touristisch und verliert schnell an Charme (siehe Kangding).
susuinchina - 22. Aug, 11:33
